Verena Weinzierl

Konzept für das Projekt: Gestaltung des neuen Jugendtreffs


Ausgangslage

In der Stadt Neutraubling (ca. 13.000 Einwohner) im Landkreis Regensburg steht der Bau eines neuen Jugendtreffs kurz vor der Fertigstellung. Ein früherer Jugendtreff bestand schon viele Jahre. Das Problem war, dass er hauptsächlich nur von Schülern der Mittelschule besucht wurde. Der größte Teil waren vor allem Jugendliche mit ausländischem Hintergrund, vor allem aus der Türkei und aus Polen oder Russland. Am Gymnasium z.B. ist der Anteil von Schülern, die oder deren Eltern nicht aus Deutschland sind, relativ gering im Vergleich zur Mittelschule.

Die Schüler in Neutraubling haben weder in der Schule, noch in der Freizeit die Gelegenheit, sich kennen zu lernen, wodurch Vorurteile entstehen, die häufig zu Streitigkeiten führen. Da die Schulen direkt nebeneinander liegen, aber keine direkten Begegnungsmöglichkeiten bestehen und zudem auch nichts unternommen wird, um zu vermitteln, kommt es immer wieder zu Streitigkeiten, die oftmals in Schlägereien und Hausverbot enden. Diese Streitigkeiten und Probleme bestehen nicht nur zwischen den Jugendlichen, sondern insgesamt zwischen den Bewohnern in Neutraubling, in dem die Migranten einen großen Teil der Einwohner ausmachen.

Als Startpunkt der Migrantenarbeit wähle ich für mein Projekt die Jugendarbeit, da mir dies persönlich ein großes Anliegen ist, da auch ich in meiner Schulzeit Erfahrungen in Konfliktsituationen gemacht habe und der Jugendtreff von früher auch für mich kein Ort war, an dem ich mich in meiner Freizeit mit meinen Freunden getroffen habe, da er als „Revier der Hauptschüler“ verrufen war.

Ziel

Beim neuen Jugendtreff soll von Anfang an daran gearbeitet werden, dass er zur Begegnungsstätte für Jugendliche wird, egal aus welcher Schule und egal aus welchem Land diese kommen. Durch diesen neuen Begegnungsraum für Jugendliche jeder Kultur und Schule soll Kontakt hergestellt, die Abgrenzung untereinander aufgehoben und somit Vorurteile abgebaut werden. Dies soll auch dazu führen, daraus resultierende Streitigkeiten und Probleme zu vermeiden.

Vorgehensweise

Zu Beginn soll eine aktivierende Befragung durchgeführt werden, um die Jugendlichen auf der einen Seite zu befragen, was sie sich vom neuen Jugendtreff wünschen, auf der anderen Seite aber auch, um sie darauf aufmerksam zu machen, dass es Neuerung und Änderungen gibt, bei denen ihre Meinung gefragt ist und dass sie an der Gestaltung aktiv mitarbeiten können.

Im Anschluss daran soll es ein Open Space geben, auf den natürlich mit Plakaten hingewiesen wird. Er könnte zum Beispiel, in der Turnhalle, die von Mittelschule und Gymnasium genutzt wird, stattfinden. Hier können durch die Zusammenarbeit in Kleingruppen zum einen schon Kontakte geknüpft werden, zum anderen aber auch produktive Projektgruppen geschaffen werden. Die Jugendlichen können sich je nach Interesse zusammenschließen und ausarbeiten, an was sie Spaß und Freude haben und was ihnen wichtig ist. So könnte zum Beispiel auch eine Projektgruppe entstehen, die an der Vorbereitung der Einweihungsparty aktiv mitarbeitet.

Zudem können sich Ideen für Projekte entwickeln, die den Kontakt und das Verständnis unter den Jugendlichen erhöhen, da die Bereitschaft zum Kennenlernen vorhanden ist, nur die Möglichkeiten bis jetzt fehlten. Die Ergebnisse sollen zum Abschluss in großer Runde besprochen werden und jedem z.B. über die Website der Stadt, zur Verfügung stehen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll das erste Projekt, die Einweihungsfeier für den Jugendtreff, geplant werden und Anregungen für mögliche weitere Projekte gesammelt werden.

Für die Finanzierung des Projekts soll auf jeden Fall der Bürgermeister angesprochen werden, da sich dieser in den letzten Jahren im großen Maß für die Jugendarbeit eingesetzt hat und ihm diese auch sehr am Herzen liegt. Es gilt ihn für das Projekt zu begeistern, um so die Unterstützung der Stadt zu bekommen. Wichtig ist es auch die vier in Neutraubling tätigen Sozialpädagogen und auch die Streetworkerin für die Mitarbeit am Projekt zu gewinnen.

Ein Raum muss nicht organisiert werden, da die Feier natürlich im Jugendtreff selbst stattfinden soll. Somit fallen hierfür keine Kosten an. Für Musik und Lichteffekte können durch die Zusammenarbeit mit den Schulen der Stadt die nötigen Kontakte geknüpft werden, da die Schulen für ihre Feiern Zugang zu Mischpulten, Lampen etc. haben. Für die Aufsicht sorgen bestmöglich die Sozialpädagogen. Wegen der Getränke (auf jeden Fall nicht alkoholisch) und der kleinen Snacks soll auf jeden Fall bei Globus angefragt werden, da diese für solche Zwecke recht spendabel sind und gerne Rabatt geben.

Zudem kann auch unter den Jugendlichen gefragt werden, wer eine Kleinigkeit zum Essen mitbringen möchte. Die Organisation der Party soll hauptsächlich von der Projektgruppe der Jugendlichen vollzogen werden und von den Sozialarbeitern und Initiatoren des Projekts nur unterstützend begleitet werden. Auf der Einweihungsfeier werden nur kurz die Ergebnisse des Open Space und mögliche Aktivitäten und Projekte für die Zukunft vorgestellt, das Anliegen des neuen Jugendtreffs erörtert und die Party mit kurzen Grußworten und Vorstellung der Sozialarbeiter eingeläutet.
Anschließend heißt es nur noch feiern und sich kennenlernen! Der Grundstein für die weitere Verständigung soll somit gelegt sein!

Sicher zu erreichende Ziele

  • Bekanntmachung des Jugendtreffs unter neuem „Konzept“
  • Veranstalten einer Einweihungsparty
  • Schaffen eines Begegnungsraumes

Mögliche positive Nebeneffekte

  • Kennenlernen und Abbau von Vorurteilen
  • Vermeidung von Schwierigkeiten innerhalb der Schule und auch in der Nachbarschaft und im gesamten Ort
  • Übertragung auf Eltern und ältere Generationen möglich, sodass insgesamt im Ort mehr Frieden einkehrt

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