Community Organizing – Projekt Brunner Sabine

Aktivierung eines Gebäudekomplexes


Ausgangslage:

Es handelt sich um einen Kindergarten im ländlichen/dörflichen Bereich.
Dieser ist integriert in ein großes Gebäude mit vielen leer stehenden Räumen, welche über einen separaten Eingang verfügen.
Das Gebäude ist älter, jedoch sehr gepflegt. Der ungenutzte Bereich soll für die Gemeinde aktiviert werden, wobei der Kindergarten selbst nur über ein begrenztes Budget verfügt.

Auftrag/Ziel:

  • Aktivierung der leer stehenden Räume des Gebäudes mit Bedarfsorientierung der Gemeinde
  • Verantwortliche Ansprechpartner finden, welche die weitere Organisation übernehmen

Arbeitsthese:

Durch die Aktivierung der bestehenden Räumlichkeiten der Gemeinde kann der Ort belebt werden. Ein neues Gemeinschaftsgefühl entwickelt sich. Durch die neu gewonnenen Kontakte entstehen Verantwortungsbereiche und die Kommunikation der Personen mehrt sich. Ehrenamtliche Mitglieder haben die Möglichkeit zusätzliche Qualifikationen zu erwerben. Durch diese Aktion wird die regionale Entwicklung angeregt.

Schritte des Vorgehens:

Als ersten Schritt führe ich Gespräche mit der Kindergartenleitung, um die Wünsche und Ideen zu erfahren.
Der Pfarrer wird ebenfalls involviert, denn er als Vertreter der Kirche ist der Träger des Kindergartens, sowie des Gebäudes.
Er hat Mitspracherecht und gilt als Geldgeber für dieses Projekt. Er wird als innovative Person für dieses Projekt gewonnen.

Der Bürgermeister wird ebenfalls als Geldgeber mit einbezogen um Zuschüsse von der Gemeinde zu erhalten.
Mit folgenden Personen berufe ich eine Versammlung ein: Kindergartenteam, Pfarrer, Bürgermeister, alle Vereinsvorstände, der Elternbeirat der Schule und des Kindergartens, sowie allen interessierten Bürgern.
Hier führe ich eine Zukunftswerkstatt sowie eine aktivierende Befragung durch.

Zweiter Schritt: Als Bedarf stellt sich heraus, dass in der Gemeinde folgende Einrichtungen gewünscht sind und sich für diese Bereiche auch verantwortliche Personen finden würden, welche die weitere Organisation übernehmen würden.
  1. Raum: Eltern-Kind-Gruppe
Der Vorstand wird beim ersten Treffen gewählt. Regelmäßige Finanzierung durch staatl. Zuschüsse. Möglichkeit der Qualifikation der Leitung als GruppenleiterIn in Eltern-Kind-Gruppen bzw. als SeminarleiterIn in Familienseminaren. Diese Gruppe trifft sich jetzt wöchentlich. Somit hat sich diese Gruppe verselbständigt und bedarf keiner weiteren Begleitung.
  1. Raum: Sport-Treff
Bisher findet wöchentlich ein Yoga-Kurs im Turnraum des Kindergartens statt. Dies ist keine adäquate Lösung, deshalb soll für diese Gruppe, die sich bereits regelmäßig trifft ein geeigneter Raum geschaffen werden. Zusätzlich wird er auch für das Kinderturnen geöffnet. Ein Anlaufpunkt für den bereits bestehenden Lauftreff soll geschaffen werden. In diesem Fall erhalten bereits existierende Gruppen einen geeigneten Raum.
  1. Raum: Musikzimmer
Es existiert bereits eine Blaskapelle, welche immer über Raumnot klagt, sowie ein Männergesangsverein, der bisher in der Kirche probte. Für diese beiden Gruppen wird durch die Raumbeschaffungsmaßnahme ein geeignetes Umfeld geschaffen. Außerdem ermöglicht dieser zusätzliche Raum eine Nachwuchsgenerierung der Gesangsgruppen. Es besteht die Möglichkeit, den Raum auch außerhalb der Musikstunden zu zweit zu nutzen und intensiven Gesangs- oder Musikunterricht durchzuführen. Desweiteren können nun auch Kindergesangsgruppen entstehen. In der Gemeinde gibt es rege Anfrage von Newcommerbands, denen Räumlichkeiten zum üben fehlen. Auch diese haben die Möglichkeit sich im Musikzimmer einzumieten.
  1. Raum: Festraum mit Bühne
Dieser Raum ist der größte Raum des Gebäudes. Er soll so bestehen bleiben, wie er ist. Durch einen neuen Anstrich soll er allerdings aufgefrischt werden. Dieser Raum soll genutzt werden für Feste der Gemeinde oder der Gruppen, die sich in den übrigen Zimmern gefunden haben. Ebenso besteht für den Kindergarten die Möglichkeit diesen Raum für Elternfeste zu nutzen.
  1. Raum: Obstpresse
Dieser Raum hat eine eigene Zugangstür von außen, deshalb eignet er sich gut um darin eine neue Obstpresse für den Gartenbauverein unterzubringen. Die Gelder dafür hat der Verein bereits generiert, er fehlte nur noch an der Räumlichkeit. Die Einwohner sowie der Verein wünschen sich schon seit längerem eine Möglichkeit dies umzusetzen. Alle Einwohner erhalten somit die Möglichkeit eigenen Apfelsaft zu pressen.

Dritter Schritt:
Da sich viele der Gruppen welche die Räume nutzen werden, bereits zusammengefunden haben, soll zum Auftakt und Gebäudeeröffnung ein Fest organisiert werden. Bei diesem Fest haben alle Gruppen die Möglichkeit sich vorzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen. Organisatoren des Festes sind die jeweiligen Raumbenutzer. Ansprechpartner ist immer die Person, die den Schlüssel des Raumes hat, er fungiert wie ein Vereinsvorstand.
Gelder für dieses Fest sind leicht zu generieren, da nur sehr wenig benötigt wird. Als Raum wird der Festsaal genutzt. Kaffee und Kuchen wird organisiert durch die veranstaltenden Gruppen. Lediglich für Speisen und Getränke muss ein gewisses Budget vorhanden sein, was der Bürgermeister übernimmt.
Flyer zum Festauftakt werden selbst gestaltet und im Kindergarten, den örtlichen Geschäften ausgelegt.

Das Ziel des Festes ist, dass sich alle Gruppen einbringen können, so wird z. B. Apfelsaft verkauft, die Musikanten sorgen für die Unterhaltung.
Der Sporttreff kann für eine Show-Einlage sorgen. Die Eltern-Kind-Gruppe bastelt Dekoration. Alle beteiligen sich am Verkauf von Speisen und Getränken.

Sicher zu erreichende Ziele:
  • Beleben des leer stehenden Gebäudes
  • Verantwortliche für die Räume zu finden
  • Diese Veränderung der Gemeinde bekannt machen

Mögliche positive Nebeneffekte:
Es könnte sein, dass die Obstpresse sehr stark genutzt wird, auch von anderen Gemeinden, was den Durchgangsverkehr des Ortes zumindest zur Erntezeit steigern könnte und auch den Geschäften zu gute käme.
Durch die positive Belebung und die Aktivität der Gemeinde könnte es interessanter werden, hier zu wohnen und der Verkauf der Grundstücke des neuen Baugebietes vorantreiben.
Die sich regelmäßig treffenden Gruppen haben nun viel mehr Spielraum. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sie sich immer mehr entfalten können und vielleicht zum Verein werden.
Die Bürger fühlen sich mit ihren Hobbys ernst genommen und fühlen sich dadurch beflügelt sich noch mehr in die Gemeinde einzubringen.

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