Projekt Jugendtreff

Zorah Beuschel
Ausgangssituation
In einem Stadtteil, in dem viele sozial schwache Migrantenfamilien mit vielen Kindern und Jugendlichen wohnen, gibt es bereits einen „kids-Treff“ für Kinder im Alter von 5 – 12 Jahren.

Dieser offene Treff befindet sich in den Räumen einer Kirche und wird von der Kirchengemeinde betrieben. Die Jugendliche aus dem Viertel (von denen viele früher im kids-Treff waren) haben keinen eigenen Treff; sie verbringen viel Zeit auf der Straße oder hängen auf Spielplätzen herum, machen Unsinn und konsumieren Alkohol. Außerdem gibt es oft Probleme mit Vandalismus und Ruhestörung.
Idee
Die Jugendlichen haben noch einen Bezug zum „kids-Treff“ und zu den Sozialpädagogen, die dort arbeiten und schauen immer mal wieder dort vorbei.

Da sich die Kinder-und Jugendarbeit in den letzten Jahren zunehmend auf die jüngeren konzentriert hat, sind die Jugendlichen etwas ins Hintertreffen geraten. Es ist dringend notwendig, sich den Jugendlichen wieder mehr zuzuwenden; es wäre also gut, wenn man ihnen einen eigenen Treffpunkt/ein Jugendzentrum schaffen könnte.
Durchführung
Gespräche mit Anwohnern, Eltern und ggf. Lehrern zur Ausgangssituation (s.o.) führen, Befragung zur Idee eines Jugendtreffs
Stadt/Bürgermeister: Informationen, die man in Gesprächen gesammelt hat, vorbringen. Notwendigkeit des Jugendtreffs herausheben; Finanzierungszuschuss beantragen

Finanzierung:
- unter den Mitgliedern der Kirchengemeinde einen Spendenaufruf starten bzw mit der Kollekte für den Jugendtreff sammeln
- Förderverein zur Unterstützung des Projekts gründen
- einige Eltern der Jugendlichen mit einbeziehen (den meisten steht nicht viel Geld zur Verfügung) oder auch Gemeindemitglieder: in der Schule oder bei einem Gemeindefest einen Basar/Kuchenverkauf auf Spendenbasis oder eine Benefizveranstaltung (Konzert o.ä.) veranstalten; das Geld dem Treff zukommen lassen
- erkundigen, inwieweit man zusätzlich staatliche oder kirchliche Zuschüsse/Fördermittel beantragen kann

Projekt an die Öffentlichkeit bringen:
- Zeitungsartikel veröffentlichen; so unter anderem vielleicht Spender werben
- Firmen im Viertel erreichen, die sich materiell oder finanziell in ein soziales Projekt einbringen möchten

geeigneten Ort finden, der günstig liegt:
- direkten Umfeld der Kirche gibt es ein leer stehendes Gebäude, das sich eignen würde
- Gebäude ist Eigentum der Sparkasse; fragen ob man es für den gewünschten Zweck kaufen oder mieten kann

Gespräche mit den Jugendlichen führen:
-was halten sie von einem Jugendtreff, wie sollte er ihrer Meinung nach gestaltet sein
- sie für Idee begeistern und auch bei der Ausgestaltung beteiligenà bekommen mehr Bezug zum Projekt, Kreativität wird gefördert, Recht auf Mitbestimmung und Mitgestaltung bei der Renovierung

Architekten mit der Planung beauftragen
Besprechung von Pfarrer, Kirchenvorstand und Sozialpädagogenteam des kids-Treff welche Mitarbeiter für Jugendtreff eingestellt werden sollen, Ehrenamtliche finden

Vision
-Treff wird angenommen; ist für Jugendliche eine feste Anlaufstelle: viele arbeiten aktiv an der Programmgestaltung mit und bringen sich ein

- Übernehmen Verantwortung für das Projekt und lernen, sich um etwas zu kümmern à Vandalismus im Viertel geht zurück

- Jugendlichen sind in Gestaltung relativ autonom; Sozialarbeiter stehen als Ansprechpartner und Aufsichtsperson zur Verfügung

- evtl. Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter, die im Jugendtreff mitarbeiten (z.B. aus der Kirchengemeinde)

- Firmen/Handwerksbetriebe sind Sponsoren und engagieren sich sozial; Jugendliche haben Bezug zu Firmen, könnten dort u.U. Praktika machen und einige der Jugendliche später vielleicht sogar eine Ausbildung à Jugendliche werden auch in anderen Bereichen erreicht (Sozialarbeiter helfen bei Jobsuche, Bewerbung oder organisieren Nachhilfe)

- Positive Resonanz der Anwohner, Eltern, Lehrer, etc.


Zukunftswerkstatt

Analyse –Wie ist es bei uns?

1. Zunächst werden die Jugendlichen, die Anwohner, der Bürgermeister und der Pfarrer befragt. Durch die Informationen des Bürgermeisters und des Pfarrers werden auch die Personen befragt die sich beim Gottesdienst- oder Friedhofbesuch von den Jugendlichen gestört fühlen. Folgende Probleme werden aus den Befragungen ersichtlich:

Die Jugendlichen treffen sich fast jeden Abend am Parkplatz vor der Kirche; Der Friedhof und das Rathaus sind gleich nebenan -> alles im Ortskern
Die Jugendliche stören die Besucher und die Anwohner mit lauter Musik und dem Lärm ihrer Autos; Dadurch musst schon öfter die Polizei eingreifen

Es fehlt das Verständnis sowie der Respekt auf beiden Seiten
Die Jugendlichen provozieren mit ihrem Verhalten ( sitzen auf der Friedhofsmauer etc. ); Die älteren Leute haben Angst und meiden den Friedhof so gut es geht
Es gibt zwar viele Vereine in der Gemeinde, jedoch fehlen allgemeine Plätze zum Treffen oder diese sind heruntergekommen
Die Gruppe wird von anderen Gleichaltrigen ausgegrenzt und als „asozial“ gesehen
Bürgermeister und Pfarrer wissen nicht wie man dem Problem begegnen kann

Positive Wendung:

Begegnungsmöglichkeiten für Jugendliche, auch außerhalb von Vereinen bieten.
Die Einstellungen auf beiden Seiten verändern ( Respekt und Toleranz ).

Utopie – Wie soll es bei uns sein?

2. Es werden Treffpunkte für die Jugendlichen geschaffen, wie z.B. ein Jugendzentrum
Die Jugendlichen engagieren sich daneben bei örtlichen Vereinen und lernen so Gleichaltrige kennen
Neue Netzwerke werden aufgebaut und Vorurteile werden abgebaut

Die Besucher von Friedhof/Gottesdienst sowie die Anwohner fühlen sich nicht gestört
Es herrscht ein gutes Verhältnis zwischen den Generationen

Strategien – Wie lösen wir unser Problem?


3. Erster Schritt! Ein Informationsabend wird im Jugendheim der Gemeinde abgehalten. Dazu sind neben den Jugendlichen, den Anwohnern und den „belästigten“ Besuchern des Friedhofs und der Gottesdienste auch der Bürgermeister, die Markträte und der Pfarrer der Gemeinde eingeladen. Folgendes soll geschehen:

Austausch! Anwohner/Besucher sowie die Jugendliche sollen ihre Situation schildern, Probleme ansprechen und mit der jeweils anderen Partei ins Gespräch kommen. Pfarrer und der Gemeinderat sollen als Vermittler auftreten.
Lösungen! In diesem Gremium sollen Lösungen - z.B. den Umbau des alten Pfarrhauses zu einem Jugendzentrum oder die Sanierung der Parkanlage - gemeinsam erarbeitet werden.
Sponsoren! Gemeinderäte und Pfarrer haben gute Kontakte zu Sponsoren (Vereine/ größere Firmen/ Gelder der Gemeinde/ kirchliche Gelder )
Weiterer Verlauf! Weitere Treffen in verschiedenen Vereinsheimen – Vereine erläutern den Jugendlichen Aktivitäten ( eventuelle neue Mitglieder unter den Jugendlichen )
Umbau der Parkanlage soll geplant werden: Das leerstehende Wasserwachtshaus wird zum „Jugendtreff“ umgebaut, Pavillons aus Holz sollen aufgestellt werden, Sitzmöglichkeiten, Grillplätze und Sportgeräte ( Basketballkorb, Fußballtore ) werden errichtet.
Das Gremium stellt das Projekt in der Zeitung vor, wirbt Sponsoren und holt sich Angebote ein
Örtliche Vereine und Firmen helfen beim Umbau mit
„Jugendtreff“ wird mit einer Feier eingeweiht

Reflexion – Waren wir erfolgreich?

4. Das Konzept gilt als erfolgreich, wenn sowohl die Jugendlichen als auch die Anwohner/Besucher des Friedhofs und der Gottesdienste zufrieden sind und auch andere Jugendliche den Jugendtreff nutzen.

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