Projekt: „Menschen zu Menschen“
Regina Horber

Ziel:

Mit meinem Projekt möchte ich Menschen zusammen bringen, deren Wege sich so nicht kreuzen würden und ein positives, fruchtbares Miteinander ermöglichen.

Es soll dazu beitragen auf lange Sicht das soziale Miteinander im Dorf und das Gemeinschaftsgefühl der Anwohner zu erneuern und zu stärken.
Insbesondere soll ein Austausch zwischen Generationen ermöglicht werden.
Zunächst sollen ältere Menschen unterstützt werden bei alltäglichen Dingen wie einkaufen, Arztbesuche, Behördengänge. Eben Alles was eine gewisse Mobilität erfordert, die oft nicht mehr vorhanden ist, und eigentlich dann von der Familie übernommen wird.

Aus verschiedenen Gründen kann es passieren, dass diese familiäre Unterstützung weg fällt und eben dies soll mit dem Projekt aufgefangen werden. Diese älteren Menschen sollen mit jüngeren und interessierten Leuten, die passende Ressourcen bieten, zusammen gebracht werden. Im weiteren Verlauf könnten als Nebeneffekte auch langwierige oder sogar freundschaftliche Beziehungen entstehen, die eine andere Ebene des Austauschs ermöglichen.

Ein anfänglicher Einkaufsservice könnte sich so auf gemeinsame Ausflüge oder andere familiäre/freundschaftliche Aktionen ausweiten. Und vielleicht entsteht sogar die Möglichkeit den Austausch umzukehren, denn in vielen Bereichen sind gerade Senioren jüngeren Leuten voraus, sei es Lebenserfahrung, berufliches Wissen oder handwerkliche Fertigkeiten. Gleichzeitig gibt es auch viele junge Familien mit Kindern, die sich für das Projekt eigenen würden, und die keine Oma/Opa vor Ort haben.

Auch hier könnte nach einiger Zeit der ältere Herr aus der Nachbarschaft vielleicht sogar zum Ersatz-Opa werden.
Das Projekt soll also nur ein Anstoß sein, um die Einwohner wieder näher zueinander zu bringen und eine Plattform zu bieten um Defizite mit vorhandenen Ressourcen aufzuwiegen.

Bedingungen:

Mein Heimatort, die Gemeinde Germaringen, hat 3811 Einwohner. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Gemeinschaft eines Dorfes oftmals nicht mehr nur aus alt-ansässigen Familien besteht, geht der Zusammenhalt und das soziale Miteinander leicht verloren. Gerade in den letzten Jahren sind in Germaringen immer mehr Neubauten entstanden und so ist auch der Anteil der neuen Anwohner gestiegen. Vor allem junge Familien bieten die richtigen Ressourcen, als Gegenstück zu den älteren Einwohnern. Sie sind meist teils berufstätig und teils zu Hause, vor allem wenn sie kleine Kinder haben, und sie sind im Normalfall mobil, d.h. sie haben meist ein oder sogar zwei Autos.

Die älteren Einwohner, die keine familiäre Unterstützung bekommen, wohnen im Betreuten Wohnen oder sie leben allein in ihren Familienhäusern. Das Dorf bietet zwar ein paar Geschäfte, z.B. Bäcker, Metzger, Edeka, Apotheke , aber die liegen hauptsächliche in der Dorfmitte und sind für manche zu Fuß bereits zu schwer zu erreichen. Vielleicht auch weil sich quer durch das Dorf ein Hang zieht und dieser die Wege oftmals erschwert für Senioren, besonders im Winter wenn es glatt ist.

Durchführung:

Vor dem Beginn eines solchen Projektes würde ich die Anwohner im Allgemeinen zu den treffenden Themen befragen um sicher zu stellen inwieweit auf diesem Gebiet Handlungsbedarf existiert. Auch würde ich zusätzlich die möglichen Zielgruppen befragen.

Interessieren würde mich dabei wo genau sie soziale Probleme und Handlungsbedarf sehen, welche Bedrohungen aber auch Chancen ihrer Meinung nach im Dorf gegeben sind und ob sie sich mit der Projektidee selbst identifizieren können/ daran teilnehmen würden. Aber auch wenn das nicht der Fall ist, wäre es wichtig zu erfahren ob sie eine Erfolgschance für das Konzept sehen, welche Stärken sie darin sehen oder ob sie noch Lücken und mögliche Schwächen bemerken.

Da die Dorfgemeinschaft ja trotz der möglichen sozialen Defizite immer noch eine Gemeinschaft darstellt, können gerade die Einwohner einem am direktesten einen Überblick über ihre Nachbarn, Freunde, Bekannte, und andere Ansässige geben. Ob sie sich vorstellen können dass diese sich für solch ein Projekt gewinnen lassen, und welche wichtigen Personen man mit einbeziehen könnte, sollte oder vielleicht sogar muss.

Eventuell finden sich bereits durch die Befragungen Personen die an der weiteren Planung des Projekts teilnehmen möchten. Durch die Auswertungen der Befragungen können bereits weitere Schlüsselpersonen entdeckt werden, die im Verlauf der Planung vielleicht für das Projekt gewonnen werden. Nach den ersten Befragungen ist also der Personenkreis der aktiv Mitwirkenden bestenfalls schon größer und es hat sich eine Lenkungsgruppe gebildet.

Diese ist kümmert sich daraufhin um die gezielte Planung des Angebots, weitere Befragungen von Einwohnern, das Befragen von Schlüsselpersonen und die Planung einer Infoveranstaltung. Um ein gemeinsames Arbeiten zu ermöglichen wäre es vorteilhaft einen festen Raum zur Verfügung zu haben in dem ein bis zweimal pro Woche ein Treffen möglich ist.

Im nächsten Schritt würde ich mit der Lenkungsgruppe den detaillierten Rahmen des Angebots ausarbeiten und die wichtigsten Schlüsselpersonen (Bürgermeister, Pfarrer, Pfarrjugendvorsitzender, Betreiber des Betreuten Wohnens, Besitzer der Gaststätten) befragen. Auch würde ich ein Spendenkonto einrichten lassen, um die Kosten des Projekts aufzufangen.

Bei der Infoveranstaltung in der Hauptgaststätte des Dorfes sollen die Interessierten über die Projektidee informiert werden und die Möglichkeit bekommen sich auszutauschen und gegebenenfalls bereits erste Kontakte zu knüpfen. Bei den Mitgliedern der Lenkungsgruppen können sich Projektbegeisterte melden, wenn an dem Projekt teilnehmen möchten oder sogar aktiv an der Planung mitwirken wollen.
Zusätzlich würde ich einen Bericht über das Projekt und die Infoveranstaltung für das Gemeindeblatt anregen und die Personen der Lenkungsgruppe (sowie die die sich bereits gemeldet haben um mit zu helfen) direkt in das Betreute Wohnen, in die Schule und in den Kindergarten schicken. Letztere beiden um junge Eltern und Jugendliche zu erreichen und die Mundpropaganda anzukurbeln.

Nach dem Sammeln von Interessierten kümmert sich die Lenkungsgruppe um das Zusammenführen von Senioren und Ressourcenträgern/Jüngeren Menschen.
Hierzu wird einmal im Monat, wechselnd in einer der Gaststätten ein offenes Treffen organisiert zu dem die Projektteilnehmer eingeladen werden, aber auch neue Interessierte sich informieren können. Je nach Wunsch kann das Zusammenbringen auch als Einzeltreffen stattfinden. Die aktiven Mitglieder erkundigen sich regelmäßig bei den Teilnehmern des Projekts nach dem Gelingen und möglichen Verbesserungen.

Je nach Nachfrage können zusätzlich zu der monatlichen Veranstaltung auch andere Aktionen und Angebote für die Teilnehmer geplant werden. Die Kosten des Projekts werden durch Spenden auf das errichtete Konto und durch die erwünschte finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde und der Pfarrei getragen. Sowie durch freiwillige monatliche Beiträge der Teilnehmer, deren Höhe sie selbst wählen und jederzeit abändern können.

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