Konzept Matthias Schätzl

Vernetzung der kommunalen Jugendarbeit


Ausgangslage:

In der Stadt Hauzenberg (ca. 11.500 Einwohner) im Landkreis Passau gibt es sehr viele aktive Vereine auf kommunaler Ebene. Jedoch versucht jeder Verein möglichst viele Mitglieder zu gewinnen und jeder arbeitet für sich. Zwischen Feuerwehren und Trachtenvereinen besteht zwar eine Kooperation, indem jeder Verein auf ein Fest des Anderen geht um so im Gegenzug wieder mehr Gäste für eigene Veranstaltungen zu gewinnen. Andere Vereine, die keine größeren kommerziellen Feste veranstalten fallen wiederum aus diesem System heraus.

Darüber hinaus gibt es in Hauzenberg viele leerstehende Gebäude und Räumlichkeiten, doch trotzdem sind viele Vereine oder andere Gruppierungen auf der Suche nach Räumen, wo sie sich treffen können. So probt z.B. die Stadtkapelle derzeit in einem örtlichen Feuerwehrhaus. Viele der ungenutzten Räume gehören der Stadt oder der katholischen Kirche. Man ist jedoch kaum bereit, diese für verschiedene Gruppen kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Dazu kommt ein nahezu ausgestorbener Marktplatz, wo kaum Veranstaltungen stattfinden. Dieser war bis vor ein paar Jahren eine reine Fußgängerzone. Mittlerweile wurde er wieder als verkehrsberuhigter Bereich für den PKW-Verkehr geöffnet. Seitdem kann man zwar vor jedes Geschäft oder vor jede Bank direkt parken, aber belebt hat es den Marktplatz eigentlich nicht. Ebenfalls in der Innenstadt befindet sich ein sehr großes Altenheim. Auch der steigende Altersdurchschnitt der Hauzenberger Bürger könnte zum Problem werden, da die Stadt für Familien durch sehr wenige Angebote für die Jugend immer unattraktiver wird.

Ein weiteres Problem in Hauzenberg: Viele Migranten und Asylbewerber treffen auf wenige, aber gewaltbereite Menschen mit Ausländerfeindlichkeit.
Die Frage: Wie kann man Jugendarbeit so vernetzen, dass Hauzenberg für Migranten und Familien eine lebenswerte Umgebung ist?, versuche ich in meinem Konzept zu beantworten.

Ziele:

Es soll in Hauzenberg kontinuierlich Treffen mit Vertretern aus Jugendgruppen und Vertretern der Stadt geben. Zudem soll es einen Raum oder sogar Mehrere geben, wo sich jede Gruppierung treffen kann. Darüber hinaus sollen gemeinsame Veranstaltungen geplant werden, bei denen sich Jugendliche aus unterschiedlichsten Interessens- und Herkunftsgruppierungen begegnen können und miteinander ins Gespräch kommen.
Zentral dabei ist natürlich das Erstellen und betreuen einer Internetseite, welche eng mit sozialen Netzwerken wie z.B. Facebook verbunden sein soll.

Vorgehensweise:

Bevor sich die Vertreter verschiedener Gruppen mit Mitarbeitern der Stadt, der Bürgermeisterin und den Stadträten treffen, ist es wichtig, die Ausgangslage aus der Sicht der Bürger zu evaluieren. Dies könnte in Form von E-Mails, über soziale Netzwerke oder auch in schriftlicher Form per aktivierender Befragung geschehen.

Ebenso könnte man in einer Bürgerversammlung einzelne Aspekte sammeln, die die Bürger an Hauzenberg stören. Genauso kann man im gleichen Zug die Ideen der Bürger für eine Verbesserung der Situation heranziehen. So wäre eine maximale Beteiligung Ehrenamtlicher gewährleistet, da von Beginn an den Bürgern das Gefühl gegeben wird, sie können basisdemokratisch an der Zukunft der Stadt mitgestalten. Die Daten sollten jedoch anonymisiert weitergegeben werden, um Konflikte zu vermeiden.

Nachdem alle eingegangenen Anregungen ausgewertet wurden, kann man ein Treffen von Vertretern aus allen Vereinen und anderen Gruppen veranschlagen. Dazu sollte nicht nur jeder Verein eine Einladung bekommen; es sollte auch öffentlich ausgeschrieben werden, um auch Vertreter nicht-organisierter Gruppen, wie z.B. Stammtische miteinzubeziehen. Bei diesem ersten Treffen, welches am besten in einem großen Versammlungsraum im Rathaus stattfindet, könnte man die Ergebnisse der Bürgerbefragungen und Versammlungen den anwesenden Teilnehmern präsentieren.

Einige der verschiedenen Ideen könnten dann je nach Interesse nach der Methode des open space diskutiert werden. Dabei finden sich zuerst Gruppen, die über ein bestimmtes Thema beraten. Nach einiger Zeit trifft man sich wieder im Plenum und aus jeder Gruppe werden die gesammelten Punkte vorgestellt.

Danach bilden sich einzelne Untergruppen, die dann an einem jeweiligen Thema, welches sie interessiert, arbeiten. So bildet sich beispielsweise eine Gruppe, die sich mit der Erstellung eines Jugendnetzwerkes befasst, oder eine Gruppe, die jährlich ein gemeinsames Fest plant. Bleiben wir aber bei der Erstellung eines Jugendnetzwerkes.

Bei dem ersten Treffen dieser Arbeitsgruppe befasst man sich damit, was Inhalte eines solchen Internetauftrittes sein sollten, wie es finanziert wird und wer diese Seite betreut.
Finanziert sollte dieses Projekt in jedem Fall von der Stadt werden, problematisch könnte es jedoch dabei werden, ob die zeitaufwändige Erstellung und Betreuung dieses Netzwerkes ehrenamtlich geschehen sollte oder ebenfalls gegen eine Bezahlung erfolgt.

Auf dieser Seite sollte sich jede Gruppierung kurz präsentieren können und ihre Angebote bezüglich Jugendarbeit darstellen können. Beispielsweise kann man sich einen Überblick verschaffen, wann an Samstagen Fußballtraining im Verein XY ist, oder wann die Stadtkapelle probt, etc.

Dies sollte Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien dienen, sich das passendste Angebot aussuchen zu können. Darin sollte es auch einen weitläufig angelegten Kalender geben, in den alle größeren Veranstaltungen eingetragen werden. So kann man vermeiden, dass beispielsweise zwei Veranstaltungen zum gleichen Zeitpunkt stattfinden.

Um auch die ältere Bevölkerung Hauzenbergs über die Jugendarbeit zu informieren, sollte es im monatlich erscheinenden Heimatmagazin „ui“ neben der bereits bestehenden Seniorenseite auch eine Seite für die Jugend geben.

Sicher zu erreichende Ziele:

  • Netzwerk in Form einer Homepage erstellen
  • mind. 1 gemeinsame Veranstaltung/Treffen durchführen

Mögliche positive Nebeneffekte:

  • Offenheit für andere Angebote entwickeln und diese kennen lernen
  • Integration von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund
  • Belebung der Innenstadt

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